Rosen

Rosen werden vom Menschen schon seit Jahrhunderten als Zierpflanzen gezüchtet und sind aus Deutschlands Gärten nicht weg zu denken. Viele Gärtner stecken sehr viel Arbeit in die sogenannte „Königin der Blumen“ – denn sie braucht so einiges an Zuwendung – und sind zurecht Stolz auf die auffällige und schöne Blütenpracht dieser. Leider sind Rosengewächse aber auch sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten, so auch für den Mehltau. Ein vorrausschauender Gärtner kann schon im Vorfeld mit einigen Maßnahmen einem Pilzbefall vorbeugen. Falls es Ihre Rosen im Garten bereits erwischt hat, so sind diese noch nicht verloren, denn es gibt effektive Gegenmittel gegen den Mehltau. Die nachfolgenden Hinweise sollten Ihnen dabei helfen Ihren Garten Mehltaufrei zu halten.

Ein blühender Rosengarten. Auch für viele Hobbygärtner sind die Rosen im Garten die „Königinnen der Blumen“.

Rosenkrankheit erkennen: der Echte und der Falsche Mehltau

Zunächst ist es natürlich wichtig, den wahren Übeltäter an den geliebten Rosen ausfindig zu machen. Neben dem Mehltau gibt es auch noch andere häufige Rosenschädlinge wie den Rosenrost oder den Sternrußtau (alle Krankheiten sind hier aufgelistet).

Der Echte sowie der Falsche Mehltau sind beides Pilze, die vorrangig die Blätter befallen und dabei einen mehligen Belag bilden. Es gibt allerdings einige Unterschiede im Auftreten und im Schadbild dieser beiden Mehltau-Arten. Auch wenn die Gegenmaßnahmen, um die Pilze wieder loszuwerden, die gleichen sind, ist es wichtig zu wissen, ob es sich um den Echten oder um den Falschen Mehltau handelt.

Mehltau im Rosengarten erkennen:
Schädling Echter Mehltau Falscher Mehltau
Pilzart Schlauchpilz Eipilz
Pilzbelag Weißlich- und mehlartiger sowie leicht abwischbarer Belag auf der Blattoberseite, den Stängeln, Knospen und Blüten. Weißlicher Belag sowie graue bis bräunliche samtige Überzüge auf der Blattunterseite.
Bevorzugte Bedingungen ‚Schönwetterpilz‘ –
Trockenes Wetter bei 20 bis 25°C mit Morgentau. Wind und Insekten sorgen für Verbreitung.
‚Schlechtwetterpilz‘ –
Feuchtes Wetter bei 15 bis 20°C mit hoher Luftfeuchtigkeit (Wintergarten, Glaskulturen).
Schadbild an den Blättern Braune Verfärbungen und Vertrocknungen. Braune, gelbe und violette Verfärbungen.
Art des Schadens Oberflächlich. Eindringen des Pilzmyzels in die Blätter und Knospen.

Bei geeigneten Umweltbedingungen im Rosengarten können sich Mehltau-Pilze rasant vermehren und ihre Bekämpfung wird dann sehr mühsam. Als Rosengärtner sollte man folgende Aspekte im Auge behalten.

Hierdurch wird ein Befall Ihrer Rosen durch Mehltau gefördert:
  • Lichtmangel
  • Sehr dichter Pflanzenstand und schlechte Luftzirkulation
  • Stark schwankende Temperaturen (oftmals im Frühling)
  • Einseitige Düngung mit zu viel Stickstoff
 

Echter Mehltau an einer Rose. Besonders die Blätter und die Knospen sind von einem weißlichen, mehlartigen Pilzbelag bedeckt. Rosengewächse sind im Allgemeinen anfällig für Pilzerkrankungen.

Vorbeugende Maßnahmen für Rosengärtner

Hat es sich der Mehltau erst einmal gemütlich gemacht im Rosengarten, kann die Bekämpfung schwierig sein. Deshalb ist die wirksamste Methode gegen den Pilz eine sinnvolle Vorbeugung und Gartenplanung. Erster und wichtigster Schritt ist dabei ein gut gewählter Standort für die Rosen im Garten.

Gute Voraussetzungen für gesunde Rosengewächse sind:
  • Heller und luftiger Standort
  • Feuchter und nährstoffreicher Boden
  • Hoher Kaliumgehalt

Beim Kauf der Rosen im Fachgeschäft sollte darauf geachtet werden, dass es sich dabei um resistent gezüchtete Sorten handelt. Sobald ein geeigneter Standort für die Rosen gefunden wurde, sollte beim Einpflanzen dieser auf genügend Abstand zwischen den Sträuchern geachtet werden. Das Mulchen vom Boden ist bei Rosengewächsen umstritten (falls gemulcht wird, sollte dabei am besten Rindenmulch verwendet werden). Eine sehr sinnvolle Vorbeugung ist außerdem das Zwischenpflanzen von Mehltau-resistenten Kräutern: hierzu eignen sich vor allem Knoblauch, Kerbel und Basilikum. Aber auch Schnittlauch und Fingerhut können vom Mehltau praktisch nicht befallen werden und bieten sich deshalb als natürliche Schutzbarriere an. Unkräuter hingegen sollten unbedingt entfernt werden, diese werden nämlich sehr gerne vom Mehltau befallen und dienen dem Pilz dann bei seiner Verbreitung. Bei der Bewässerung der Rosen sollten zudem vor allem zwei Dinge beachtet werden: morgens wässern statt abends (damit die Sträucher über Nacht nicht nass stehen) und die Vermeidung von Blattnässe (lediglich am Boden gießen).

Rosen im Vorfeld richtig schneiden

Unabhängig von einem Befall der Rosen mit Mehltau ist es ratsam, die Rosen alljährlich zu schneiden. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Frühjahr, denn im Herbst wäre die Gefahr zu groß, dass sich die Schnittwunden nicht mehr vor dem Winter schließen. Außerdem überwintern die Sporen vom Mehltau auch sehr gerne an den feinen Trieben der Rosengewächse.

Sobald es im Frühjahr also nicht mehr zu kalt und auch noch nicht zu warm ist, kann zur Gartenschere gegriffen werden. Je nachdem welches Ergebnis man haben möchte, kann man entweder einen starken oder einen schwachen Rückschnitt an den Rosen durchführen. Bei ersterem bildet die Pflanze danach wenige, aber kräftige Triebe aus. Bei letzterem werden mehr, aber dafür schwächere Triebe gebildet. Der Schnitt mit der Gartenschere sollte etwa einen halben Zentimeter über der Knospe bzw. dem Auge verlaufen und sollte leicht schräg durchgeführt werden.

Erkrankte Pflanzenteile müssen schnell zurückgeschnitten werden

Werden befallene Blätter, Knospen oder Blüten entdeckt sollten diese schnellst möglichst entfernt und unbedingt im Restmüll(!) entsorgt werden. Vom Mehltau befallene Pflanzenteile sollten niemals auf dem Kompost landen, da sich der Pilz von hier wunderbar im gesamten Garten verbreiten kann.

 

Mehltau an Rosen bekämpfen – Tipps und Tricks für Rosengärtner

Wenn trotz aller Bemühungen Mehltau im Rosengarten entstanden ist, kann man sich zunächst mit einigen Hausmitteln zur Wehr setzen. Generell gilt: der weißliche Belag des Mehltaus ist leicht abzuwischen. Dies sollte man auch tun und so leicht befallene Blätter zunächst vom sichtbaren Pilzbelag befreien. Stark befallene Pflanzenteile, wie im oberen Abschnitt erklärt, lieber großzügig wegschneiden. Ein altes und bewährtes Hausmittel ist der Einsatz von Spritzmitteln, die entweder Milch oder Backpulver enthalten. Beide sind leicht sauer und bekommen den Mehltaupilzen nicht. Mehr Details zu diesem altbewährten Hausmittel findet man auf unserer Bekämpfungs-Seite.

Herstellung von Spritzmitteln zur Bekämpfung vom Mehltau
  • Milch-Wasser-Mischung:
    • Milch mit Wasser in einem Verhältnis von 1 zu 9 mischen
    • Das Gemisch in einen Behälter mit Sprühkopf geben
    • Mehrmals die Woche die betroffenen Blätter und Pflanzenteile besprühen
    • Statt Milch kann auch Buttermilch verwendet werden
  • Backpulver-Mischung:
    • Eine Packung Backpulver mit 20 ml Rapsöl und 2 Liter Wasser mischen
    • Das Gemisch in einen Behälter mit Sprühkopf geben
    • Mehrmals die Woche die betroffenen Stellen besprühen

Mit Pflanzenbrühen die Rosen stärken

Brennnesseln. Sie eignen sich wie auch andere Pflanzen gut für eine Pflanzenbrühe, mit der die Rosen gegossen werden können. Die so extrahierten pflanzlichen Stoffe schützen vor einem Befall von Mehltau.

Seit Jahrhunderten werden schon Pflanzenbrühen gegen alle möglichen Rosenkrankheiten, und so auch gegen den Mehltau, eingesetzt. Der Grund des Erfolgs dieser Brühen liegt vor allem in der enthaltenen Kieselsäure. Diese wird nämlich von den Rosen aufgenommen und in den Pflanzenzellen eingelagert. Dies erhöht deren Festigkeit und erschwert es den Pilzsporen einzudringen. Ein Befall von Mehltau kann so erschwert oder gar verhindert werden. Man kann Pflanzenbrühen aus verschiedenen Pflanzen selber herstellen. Für Rosen eignen sich Staudenknöterich, Anis, Fenchel, Knoblauch oder auch Brennnessel. Weitere Infos zu Pflanzenbrühen und vor allem zum Schachtelhalmextrakt gibt es auf unserer Bekämpfungs-Seite.

Herstellung von Brennnesseljauche
  • Etwa ein Kilogramm frische, nicht blühende Brennnesseln zerkleinern
  • Die zerkleinerten Pflanzenteile mit zehn Litern Regenwasser ansetzen
  • Es sollte ein großes Gefäß (kein Metall!) benutzt werden, da im Gärungsprozess Bläschen und Schaum entstehen
  • Gefäß abdecken und warm stellen (am besten in die Sonne)
  • Um den unangenehmen Gerüchen entgegen zu wirken, kann Steinmehl hinzu gegeben werden
  • Einmal täglich umrühren, damit genug Sauerstoff an die Jauche kommt
  • Wenn keine Bläschen mehr aufsteigen, ist die Jauche fertig (ca. 10 bis 14 Tage)
  • Vor Gebrauch 1:5 bis 1:10 mit dem Gießwasser verdünnen und damit die Rosen wässern
  • Brennnesseljauche kann geschlossen, kühl und dunkel einige Monate aufbewahrt werden

Mit Fungiziden den Mehltau loswerden

Bei einem stärkeren Befall der Pflanzen vom Mehltau kann es sinnvoll sein chemische Fungizide einzusetzen. Da es sich bei Rosen um Zierpflanzen handelt, ist dies in der Regel unbedenklich. Wir haben ausführliche Informationen zu den verschiedenen Mitteln zur chemischen Bekämpfung zusammengetragen.